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Atomausstieg mit Sachverstand jetzt gemeinsam beginnen

09.06.2011 (2.5.2011)


Presseservice der FDP-Fraktion
im Bayerischen Landtag

Atomausstieg mit Sachverstand jetzt gemeinsam beginnen

München, 02.05.2011 (rf). „Über Jahrzehnte hinweg hat die CSU die Abhängigkeit des Freistaats von der Atompolitik nicht nur wissentlich hingenommen, sondern als preisgünstige und vermeintlich sichere Form der Energiegewinnung forciert. Nun möchten Herr Seehofer und Herr Söder von alledem nichts mehr wissen und so schnell wie möglich aus der Atomenergie aussteigen – so schnell, dass noch nicht einmal mehr die eigene Fraktion hinterherkommt“, kommentiert der Energie- und Umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, Tobias Thalhammer, MdL (Neubiberg) die internen Auseinandersetzungen der CSU in der Frage des Atomausstiegs.

„Eine solche Politik ist weder glaubwürdig, noch zielführend“, ermahnt der Umweltexperte den Koalitionspartner. „Wir sollten an einem Energiekonzept für Bayern und nicht für Phantasialand arbeiten. Als Folge der einseitigen Politik in den vergangenen Jahrzehnten ist der Kernenergieanteil an der Stromerzeugung in Bayern mit rund 57,4% mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland mit etwa 23%. Weltweit haben somit nur Frankreich (75%) und Litauen (76%) einen höheren Anteil an Kernenergie als Bayern. Dies zeigt unsere einseitige Abhängigkeit und Versäumnisse der Vergangenheit. Es gilt nun zielstrebig, aber mit Realitätsbezug vorgehen. Der Wandel vom Atom- hin zu einem Zeitalter der regenerativen Energien lebt auch vom Mitmachen der Menschen. Hierzu brauchen wir einen breiten gesellschaftlichen Konsens, um die Akzeptanz beispielsweise von Windparks und dem damit verbundenen Ausbau neuer Stromtrassen zu erreichen. Deshalb müssen wir die Menschen auch Mitnehmen und ke ine Politik über ihre Köpfe hinweg machen. Der Ausstieg darf genauso wenig Arbeitsplätze gefährden und zu einem maßlosen Anstieg der Stromkosten führen, da wir ansonsten eine abneigende Haltung gegenüber den Erneuerbaren Energien provozieren. Ein gesellschaftlicher Verdruss könnte dann Wind in die Mühlen der Kernkraftbefürworter sein, was zu verhindern ist. Ich schlage deshalb vor, von einer Energiepolitik à la Schlaghammer abzusehen und eher Fingerspitzengefühl walten zu lassen“, so Thalhammer abschließend.




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